Grillen im Herbst


Tipps für Grillparties an kühlen Tagen

Ihr grillt nur im Sommer? Dafür haben wir kein Verständnis! Wer sein nach Fleisch lechzenden Gaumen das ganze Jahr über verwöhnen möchte – und wir gehen davon aus, das sind die meisten von euch – der grillt natürlich auch an kühleren Tagen. Ihr müsst es nur richtig machen. Sprich: Zur Abwechslung eben nicht stilecht in Shorts, Sandalen und Schürze im Garten stehen und zitternd die Würstchen wenden, während ihr mit Tränen in den Augen nostalgisch an den vergangenen Sommer zurückdenkt. Schließlich ist der Herbst eine schöne Jahreszeit. Also holt die Grillzange raus und veranstaltet eine Grillparty!

Grillen im Herbst – macht das Spaß?

Herbst-Blues hin oder her, schön sind die vergleichsweise milden Tage im Herbst auf jeden Fall und das nicht nur mit dem Slumber-Filter im Instagram-Feed. Selbst wenn euch das saisonal bedingte Stimmungstief nicht gerade dazu motiviert, euch von der Couch und Netflix zu lösen: Das ist nur ein Grund mehr, vor die Tür zu gehen, statt in Melancholie zu baden. Statt aber das bunte Laubwerk nur bei obligatorischen Spaziergängen zu genießen und danach eine Tasse Fencheltee zu schlürfen, genießt die herbstliche Atmosphäre auch beim Grillen! Die Frische Luft stärkt euer Immunsystem und das frisch gegrillte Fleisch macht sowieso glücklich. Braucht es da noch mehr Argumente? Bonus: Grillparties im Herbst locken auch eure Freunde aus dem Haus und Gesellschaft tröstet natürlich auch über die sinkenden Temperaturen hinweg.

Speisetipps für die herbstliche Grillparty

Grundsätzlich gilt: Grillt alles, was ihr wollt – wie gewohnt. Um dem Herbst aber wieder ein wenig mehr kulinarischen Charme zu verleihen, arbeitet doch mit saisonalen Gerichten und Zutaten. So wie es unsere Eltern und Großeltern früher mal gemacht haben, bevor Pumpkin-Spice-Latte zum höchsten der Gefühle herbstlicher „Spezialitäten“ ernannt wurde und Kürbisse vorwiegend ausgehöhlt und mit eingeschnitzten Gesichtern auf die Fensterbänke verbannt wurden. Bei der Wahl des Fleischs möchten wir euch nicht reinreden – das Sortiment in der Metzgerei eures Vertrauens wird eure üblichen Favoriten auch im Herbst in die Auslage legen. Aber: Das drumherum kann aus einer fast schon langweiligen, weil gewöhnlichen Grillparty, ein besonderes Saisonevent machen. Deshalb hier ein paar Ideen für saisonale Beilagen aus dem Gemüseregal und mehr:

  • Kürbissuppe als Vorspeise: Wenn ihr mit den Kindern  (oder für euch) ohnehin eine Kürbisfratze für Halloween anfertigt, nutzt das Kürbisfleisch doch als Basis für eine Suppe. Passt nicht nur thematisch perfekt in die Jahreszeit, sondern hat auch den Vorteil, dass die wartenden Gäste sich mit der Suppe erwärmen, bis die Hauptspeise fertig ist.
  • Rote-Beete-Salat als Beilage: Wegen ihrer fleischigen Konsistenz ist Rote Beete als Saisongemüse eine beliebte Beilage im Herbst. Und natürlich genauso ideal für alle, die kein Fleisch essen. Rote Beete lässt sich in Scheibchen übrigens auch gut und schnell als noch simplere Beilage grillen.
  • Gegrillte Maronen als Snack: Der Klassiker auf Herbst- und Weihnachtsmärkten ist schnell und einfach auf dem Grill im Garten geröstet. Bekanntlich stärken die vitaminreichen Esskastanien das Immunsystem, sollen gut für Haut und Hirn sein. Also ab auf den Grill mit der Edelkastanie!
  • Gemüse-Allerlei vom Grill: Letztendlich lassen sich doch die meisten Gemüsesorten auf den Grill werfen und schmecken als geröstete Beilage lecker. Paprika, Champignons, Zucchini, Kürbis, Kohl und mehr. Einfach grillen, in eine Schüssel werfen und als „Grilled Veggie Bowl“ an die vegetarische Fraktion verteilen.
  • Heißgetränke zum Schlürfen: Erster Instinkt leidenschaftlicher Griller ist sicherlich, ein kühles Bierchen zu öffnen. Zumindest als Alternative für das Herbst-Flair stellt aber auch ein paar Heißgetränke bereit. Tee, Punsch, Glühwein – wenn ihr wollt, rastet sogar vollkommen aus und macht eine Feuerzangenbowle. Übrigens: Schon mal an Sylvester gegrillt?

Richtig Grillen bei kalten Temperaturen

Möchtet ihr im Herbst grillen, solltet ihr einige Dinge beachten. Technisch und organisatorisch. Ansonsten werdet ihr schnell merken, dass irgendwie alles länger dauert als sonst und die Kälte jede Wartezeit unendlich in die Länge zieht. Hungrige und frierende Gäste möchte niemand. Unsere Tipps:

  • Drinnen oder draußen? Draußen grillen, heißt nicht draußen speisen: Je nach Wetterlage und Temperatur könnt ihr das dennoch tun. Seid im Zweifelsfalle für beide Optionen gewappnet: Bietet euren Gästen im Freien warme Decken, wenn möglich auch irgendeine Form von Windschutz, heiße Getränke oder gar Wärmflaschen. Als Rückzugsort sollte auch drinnen alles vorbereitet sein, wenn es doch zu kalt ist oder plötzlich zu regnen beginnt.
  • Grill vorbereiten: Schon im Sommer dauert es den hungrigen Anwesenden in der Regel zu lang, bis der Grill die nötige Gartemperatur erreicht. Im Herbst und Winter dauert es noch länger. Das ist zeitkritisch und provoziert unter dem anwesenden Volk im Zweifelsfall lautstarkes Jammern, Beschwerden oder Schlimmeres. Seid vorbereitet! Am besten nutzt ihr Kohle in Kombination mit Briketts. Kohle glüht schneller und Briketts trotzen den Temperaturen besser und liefern danach länger konstante Hitze.
  • Vorsicht beim Gasgrill: Nutzt Propangas statt Butan! Letzteres verflüssigt sich schon knapp unter dem Gefrierpunkt und dann ist Schluss mit Grillen, vor allem in den Abendstunden. Propan schafft es immerhin bis -40 Grad Celsius. Bei solchen Temperaturen hätten zumindest wir dann aber auch keine Lust zum Grillen.
  • Grillgut vorbereiten: Im Sommer ist es nicht tragisch, wenn dies und das noch vorbereitet werden muss. Im Winter ist das anders. Bereitet alle Speisen möglichst grillfertig vor und fangt nicht erst kurz vorher an, die Marinade zu mischen. Schnippelt und hackt, was geschnippelt und gehackt werden muss – bevor die Gäste kommen!
  • Effizient grillen: Ihr tut euch, je nachdem was das Thermometer zu erzählen hat, einen großen Gefallen, wenn ihr auf kleinere Steaks und kleinere Portionen setzt – die sind schneller gar. Dann legt ihr eben mehr von allem drauf! Außerdem solltet ihr die Grillhaube möglichst geschlossen halten und noch akribischer darauf achten, sie nicht ständig zu öffnen. Im Herbst und Winter steigt die Garzeit sonst enorm.